Ein Jubelschrei vom Siegerland bis ins Löwental – U13 bei den Westdeutschen Meisterschaften

Laut der eigenen Tourismus-Homepage ist das Siegerland ein Ort der Ruhe und „der Stille des Waldes“. Jene Ruhe wurde am vergangenen Wochenende durch den Jubelchor der WTB-Volleyballer jedoch deutlich gestört. Die U13 erkämpfte sich sensationell den fünften Rang der diesjährigen Westdeutschen Jugendmeisterschaft.

Mit einer leichten Krümmung der Flugkurve zischt die Angabe gut einen halben Meter über der Netzkante in Richtung der gegenüberliegenden Feldhälfte. Zwei schnelle Trippelschritte nach links, die penibel gespreizten Fingerknöchel warten bereits auf den Kontakt und geleiten den Ball nach kurzem Kontakt gefühlvoll wieder aus den Fingergliedern. Eine butterweiche, elliptische Bogenlampe wölbt sich auf den Zuspieler zu, der ebenso technisch akkurat den zweiten Ballweg gen Netzkante dirigiert. Ein gewiefter Blick, ein sanfter Lob über den Block und der Ball touchiert beinah harmonisch das Hallenparkett. Soeben haben Nico Langhoff, Paul Mahnert-Lueg, Phil Hanning, Rico Jacobs und Florian Peil – die U13 des Werdener Turnerbundes – mit diesem malerischen Spielzug den fünften Rang der Westdeutschen Jugendmeisterschaft erkämpft. Nach einem zweitägigen Turnier-Marathon mündeten alle Strapazen damit in einer rauschenden, rot-weißen Jubelarie.

Kniffliger Turnierauftakt mit „vielen Eigenfehlern“

Bereits am Freitag erfolgte die Anreise ins Siegerland – genauer nach Dresselndorf –, wo die WTB-Delegation ihr Lager auf einem Campingplatz aufschlug. Betreut von dem Trainergespann um Lina und Nick Wewers „wurde lecker gegrillt und Frisbee gespielt“, ehe die Nachtruhe gesucht wurde. Nach einem sonnigen Frühstück ertönten am Samstagmorgen die Fanfaren zum Turnierstart. Der WTB eröffnete gegen den SV Blau-Weiß Aasee Münster

Spiel gegen SV BW Aasee

mit einem „holprigen Start mit vielen Eigenfehlern“, meinte Lina Wewers. Dennoch hielt der Glaube an den Erfolg eisern Bestand, sodass der 2:0-Erfolg eher erkämpft, als erspielt wurde. Auf der Tretmühle des Spielplans wartete dann die Konkurrenz aus Solingen, die sich im Turnierverlauf den Vizetitel sicherte und „einen verdienten Sieg“ gegen den Turnerbund einfuhr, so Wewers. Nach einer langen Pause kreuzte man als Gruppenzweiter im Abendspiel mit Münster-Gievenbeck die Klingen. Das Trainergespann bemerkte frühzeitig, „dass die Jungs bereits einen langen Tag hinter sich hatten“. Der Kontrahent aus dem Münsterland fuhr einen 2:0-Erfolg ein, und die jungen WTBler freuten sich auf einen entspannten Abend mit Pizza, Marshmallows „und nicht ganz so intensivem Frisbee-Spiel“, schmunzelten die Trainer.

Der zweite Turniertag – der goldene Abschluss

Ein erneutes Frühstück im Freien am Sonntagmorgen lud die Akkus wieder auf für die Partie gegen den Ligakonkurrenten aus Menden. Das Trainerduo war ob der „starken Aufschläge“, der „platzierten Angriffe“ und des „starken Kampfgeistes“ verzückt von der euphorischen Performance der WTB-Youngster. Mit 25:18 und 27:25 marschierte der WTB in das finale Platzierungsspiel um den fünften Rang gegen den TV Hörde. Nach einem „erneut verschlafenen“ Auftakt kurbelten die Turnerbundler die Aufschlagquote nach oben und fanden die Lücken im Kleinfeld der Konkurrenz. Der mit 25:27 knapp verlorene erste entfachte die rot-weiße Angriffslust endgültig. Die letzten Reserven wurden herausgeholt und die Aufschläge glichen in der Folge einem Trommelfeuer in Richtung der Hördener Jungs. Nach dem 25:17-Ausgleich „ließen die Jungs keinen Zweifel daran, den fünften Platz gewinnen zu wollen“, lobte Lina Wewers. Beim nervenzerreißenden Spielstand von 14:13 holten die jungen Werdener nochmals tief Luft und setzen zum grandiosen Spielzug an, der den Abschluss vergoldete. Was folgte, war der endlos tanzende Jubelkreis, der die Siegerländer Stille brach.

B.L.

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