Berg- und Talfahrt am zweiten Spieltag

Die Volleyballer des Werdener Turnerbundes brachten am vergangenen Wochenende Licht und Schatten aufs Hallenparkett. Bei den Herren mussten beide Mannschaften deutliche Niederlagen in der Landesliga einstecken, während bei der weiblichen Fraktion des Turnerbundes mit zwei Siegen und einer Niederlage Zufriedenheit herrschte.
Herren – WTB I
Nach dem Derbysieg zum Saisonauftakt setzte es für den WTB I am zweiten Spieltag mit 0:3 die erste Niederlage der Saison. Zu später Stunde hatte die junge Truppe am Sonntagabend mit dem TSC Eintracht Dortmund einen Absteiger aus der Verbandsliga vor der Brust. Die WTB’ler kamen bei diesem Ruhrpott-Duell nie ins Spiel und überließen den Dortmundern von Beginn an die Kontrolle. Durch eine zu fehlerhafte Annahme und große Lücken im Block machten die Werdener ihr Spiel stetig eigens zunichte und gerieten folgerichtig mit 0:2 Sätzen in Rückstand. Die Westfalen taten bis dahin nur das Nötigste und hielten die Volleyballer von der Brehm damit in Schach. Erst im dritten Satz lockte der WTB den Aufstiegsaspiranten durch eine Angabenserie von Patrick Sender und einer 6:1-Führung aus der Reserve, ehe der routinierte Kontrahent zum Endspurt ansetzte und das Spiel für sich entschied.
WTB II

Die Zweitvertretung musste im zweiten Saisonspiel die zweite Niederlage verdauen. Gegen den TuS Hattingen hatten die Werdener mit 0:3 das Nachsehen. Dabei gehörte der Auftakt des Spiels noch zum besseren Part. Zu Beginn konnte der WTB mit den Hattingern noch mithalten. Den wuchtigen Angriffen des Kontrahenten setzte man einen kompakten Block und ebenso starke und platzierte Angriffsschläge entgegen. Die WTB’ler mussten sich Hattingen im ersten Satz nur knapp mit 21:25 geschlagen geben. In der Folge ließ der WTB jedoch Aggressivität und Biss vermissen und übte zu wenig Druck auf die Abwehr des Vorjahreszweiten aus. In noch zwei klaren Sätzen musste sich der WTB der Durchschlagskraft und Vehemenz des gegnerischen Angriffs beugen.
Damen – WTB I
Die Erstvertetung der Damen fuhr am zweiten Spieltag gegen den Tusem Essen III mit einem 3:0-Sieg die ersten Punkte der Saison ein. Die neu formierte dritte Mannschaft des Tusems war hierbei für die Werdenerinnen trotz dünner Personaldecke keine allzu große Hürde. Der WTB begann sehr konzentriert, schlug gut auf und konnte die Ballwechsel dank eines zielstrebigen Angriffs kurz halten. Erst nach der schnell herausgespielten 10:2-Führung kehrte der Schlendrian ein, der jedoch nur kurz Bestand hatte und den 25:20-Satzgewinn nicht gefährdete. Im folgenden Satz ließ sich der WTB durch die unorthodoxe Spielweise des Stadtkonkurrenten aus dem Tritt bringen und verpasste es frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Zum Ende hin bewiesen die Werdenerinnen jedoch Kampfgeist und zogen auch den zweiten Satz an Land, ehe sich die Damen im dritten Satz freispielten und dem Tusem mit 25:13 die Grenzen aufzeigten. „Punkte eingefahren, aber mäßig gespielt“, konstatierte Coach Christian Perband nach Spielschluss das Geschehen.
WTB II

Konzentriert, C. Stillger und F.Engels, WTB 2
Konzentrierte Annahme, C. Stillger und F.Engels, WTB 2

Zweiter Sieg im zweiten Spiel. Die Damen der zweiten Mannschaft behalten mit einem 3:1-Sieg gegen die fünfte Mannschaft des VV Humann Essen eine weiße Weste. Dabei sah es zu Beginn nicht nach einer hohen Punkteausbeute aus. Die jungen Damen brachten im Angriff und im Aufschlag keinen Druck auf den Ball und übten sich im kollektiven Tiefschlaf in der Annahme. Trotz einer Führung kurz vor Schluss wurde der Auftaktsatz noch verloren. Trainer Sven Heimeshoff appellierte daraufhin an den Kampfgeist und Mut seiner Truppe und durfte in den folgenden drei Sätzen die perfekte Umsetzung dieser Forderungen bestaunen. Der WTB servierte druckvoll und war gleichzeitig hellwach in der Annahme und Feldabwehr. Die Werdenerinnen ließen keinen Ball mehr ins Feld trudeln und schlossen die schulbuchmäßig aufgebauten Angriffe überlegt ab. Starke Aufschlagreihen in Serie brachten dem WTB 25:08-, 25:14-, und 25:15-Satzerfolge ein. Mariam Faqiri

L. Schanze im Angriff, WTB 2
L. Schanze im Angriff, WTB 2

bugsierte den Turnerbund im vierten Satz durch eine famose Angabenserie zu einer 11:0-Führung. „Wir sind zwar auf einem guten Weg“, zog Heimeshoff nach dem Spiel Bilanz, „aber noch lange nicht auf dem Niveau, auf dem wir sein könnten.“
WTB III
Die Drittvertretung der Damen sammelte bei der 1:3-Niederlage gegen VC Essen Borbeck VI weiter Erfahrungen in der Kreisliga. In der Premierensaison in der höchsten Altersklasse machten die jungen Werdenerinnen aber gleich auf sich aufmerksam und hielten von Beginn an mit den Borbeckerinnen mit. Insbesondere Lucie Grieving setzte die Kontrahentinnen mit starken Aufschlägen unter Druck. Nach einer knappen Niederlage im ersten Satz drehten die Mädels von der Brehm richtig auf und holten sich mit 25:19 den ersten Satzerfolg der Saison. Hauptverantwortlich dafür waren die zahlreichen Asse der jungen Vera Seifert. In den anschließenden Sätzen ließ der WTB leicht die Konstanz in der Annahme vermissen, sodass Borbeck mit starken Aufschlägen immer wieder Punkte in Serie ergatterte und schlussendlich mit etwas Spielglück den Sieg davontrug. Trainerin Monika Seifert war dennoch mit der gezeigten Leistung ihrer Spielerinnen hochzufrieden: „Dass wir als Neulinge in der Volleyballdamenwelt noch vieles zu lernen haben, war uns klar. Aber der Einsatz der Mädels war gut und das Ergebnis kann sich sehen lassen.“

Burkhard Leise