Niederlagenserie trĂĽbt goldenen Herbst

Die Sonnenstrahlen, mit denen sich der goldglänzende Herbst am letzten Wochenende präsentierte, waren für die Volleyballer des Werdener Turnerbundes nicht zu genießen. Stattdessen hagelte es vier Niederlagen. Die erste Herren setzte dabei ihren Negativtrend fort, während die Zweitvertretung immerhin einen Punkt mit an die Brehm brachte. Die Erst- und Drittvertretung der Damen kamen hingegen mit leeren Händen nach Hause.
Herren – WTB I
Nach dem desolaten Auftritt am vorletzten Spieltag, machte der WTB I diesmal zumindest einen Schritt in die richtige Richtung. Doch trotz einer spielerischen Verbesserung stehen unter dem Strich null Punkte und eine 1:3-Niederlage beim Stadtrivalen MTG Horst II. Dabei begann der WTB I stark und agierte auf dem Feld handlungsschnell und äußerst effektiv. Ein starker Block entschärfte die Angriffe der Gastgeber und bot somit selber Zeit und Raum für kraftvolle Angriffe. Libero Christoph Müller dirigierte und organisierte die kompakte Feldabwehr und trieb die Werdener damit zur 25:21-Satzführung. Der erkennbare rote Faden riss jedoch pünktlich zum zweiten Satz. Die nach wie vor stabile Annahme und aufmerksame Feldabwehr wurden nun durch schwache und unplatzierte Angriffsschläge konterkariert. Zwei ganze Sätze lang ließen die WTB’ler die nötige Härte und Durchsetzungskraft vermissen. Erst nach dem 1:2-Satzrückstand fand Außenangreifer Benjamin Geißler mit offensiver Konsequenz die passenden Antworten und hievte den WTB I wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Es passte ins Bild der bisher durchwachsenen Saison der Werdener, dass der nervenzerreißende vierte Satz mit 34:32 an die Hausherren nach Horst ging. Am nächsten Spieltag steht für den WTB I das Kellerduell gegen den punktgleichen Tabellenletzten SG Herne/Grumme an, in dem die Werdener dringend punkten müssen.


WTB II
Bei der Zweitvertretung herrschten nach dem Spieltag gemischte Gefühle. So recht wussten die Werdener nicht, ob sie sich über den Punktgewinn nach 1:2-Rückstand freuen sollten, oder ob der Frust über einen verlorenen Punkt nach einer hohen Führung im Tiebreak überwog. Dennoch erspielte sich der WTB II mit der knappen 2:3–Niederlage gegen den starken Konkurrenten TB Osterfeld einen Achtungserfolg, der Mut und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gibt. Die Osterfelder wurden zu Beginn des Spiels ihrer Favoritenrolle gerecht. Der TBO nutze die vielen Eigenfehler der Werdener aus und ging mit 25:17 in Führung. Im zweiten Satz drehte der WTB II die Kräfteverhältnisse mit sehr druckvollen Angriffen um und sicherte sich mit 25:15 den verdienten Satzausgleich. Was folgte war ein Volleyballkrimi par excellence, in dem sich die beiden Teams auf hohem Niveau bearbeiteten. Mit viel Spielwitz und Variabilität in der Offensive zerpflückten die Werdener den gegnerischen Block immer wieder in seine Einzelteile. Dennoch steckte auch Osterfeld nicht zurück, sodass im vierten Satz ein Kraftakt notwendig war, um den Tiebreak noch zu erreichen. Mit einer starken Aufschlagserie buchte Marwin Kock den umjubelten fünften Satz. Mit einer 10:7-Führung war der Sieg hier zum Greifen nahe, ehe Annahmefehler und verschlagene Angriffe den Sieg für Osterfeld ebneten.


Damen – WTB I
Gegen den favorisierten Kontrahenten VV Humann konnten die Damen des WTB I nur selten überzeugen und fuhren mit einer 1:3-Niederlage im Gepäck gen Werden zurück. Zwar boten die Werdenerinnen dem Stadtkonkurrenten immer wieder Paroli, doch die jungen Damen des VVH strichen stets die Big Points des Spiels für sich ein. So stand bereits der erste Satz symbolisch für den folgenden Spielverlauf: Bis zum 22:22 lag der WTB I auf Augenhöhe, als drei Eigenfehler in Folge den ersten Satzrückstand einbrachten. Auch in der Folge offenbarte der WTB I zu viele spielerische Mängel, die Humann einen einfachen Satzgewinn ermöglichten. Erst im dritten Satz entdeckten die Werdenerinnen ihre Spielfreude wieder und begannen vielversprechend. Der WTB I hielt das Tempo endlich hoch und konstant und erspielte sich ein Punktepolster, ehe Heimeshoff mit konsequenten Angriffen den Deckel auf den Satz machte. Nach einem ebenfalls verheißungsvollen Auftakt im vierten Satz brach die Konzentration der Werdener Akteurinnen jedoch rapide ab. Der WTB I gestatte den Humann-Damen damit den Satz- und Spielgewinn.


WTB III
Die Drittvertretung der Damen hatte den Kontrahenten Blau-Weiß Dingden V vor der Brust und musste sich mit 1:3 geschlagen geben. Mit Akribie hatten sich die Schützlinge von Trainerin Monika Seifert auf das Spiel gegen die erheblich erfahreneren Konkurrentinnen vom Niederrhein vorbereitet und eröffneten dementsprechend hochkonzentriert das Spiel. Die jungen Werdenerinnen setzten ihre Vorgaben diszipliniert um und raubten dem Favoriten Dingden damit zunehmend die Lust am Spiel. Lediglich eine unbeständige Annahme verhinderte in den ersten beiden Sätzen Größeres. Doch nach dem 0:2-Rückstand schlugen die WTB’lerinnen zu. Julia Hufnagel und Lucie Grieving bildeten ein starkes Angriffs- und Abwehrduo, das den Kontrahentinnen mit wuchtigen Angriffen ordentliche zusetzte. Auch die eigenen Aufschläge waren inzwischen ebenbürtig und ließen das Selbstvertrauen wachsen. Die Folge war ein verdienter 25:18-Satzgewinn und der erhoffte Anschluss. Die Wirkung des Treffers blieb jedoch aus. Dingden besann sich wieder auf kraftvolle Angriffe und traf den WTB III damit erneut am wunden Punkt. Ein schneller 7-Punkte-Rückstand war für die jungen Damen nicht mehr aufzuholen. Seifert war dennoch nicht unzufrieden mit der Vorstellung ihrer Damen und erkannte Verbesserungspotential: „Wir wissen jetzt, dass wir an unserer Ballannahme arbeiten müssen, und, dass man in dieser Klasse mit harten, gut platzierten Aufgaben an die Tabellenspitze kommen kann.“ Am nächsten Spieltag steht das Heimspiel gegen den derzeitigen Tabellenletzten MTG Horst an. Hier soll endlich der erste Saisonsieg eingefahren werden.

Die 2. Damen hatte spielfrei.

Burkhard Leise