Eiskönig WTB

Wenn die Sporthallen bei Minusgraden schon von innen an den Wänden Tau ansetzen, kommen die WTB-Volleyballer richtig in Fahrt, um mit eiskalter Coolness zuzuschlagen. Mit vier Siegen aus fünf Partien lässt der Turnerbund die fröstelnden Temperaturen vergessen.

Damen

Bezirksliga – WTB I 3:0 VC Essen Borbeck IV

Nüchtern betrachtet liest sich der 3:0-Erfolg der Erstvertretung über den Stadtkonkurrenten und Tabellennachbarn aus Borbeck wie eine glatte Geschichte ohne großen Spannungsbogen. Doch bei genauerem Hinsehen konnte man auf der Stirn des Trainers Christian Perband während der Partie so einige Schweißperlen entdecken. Grund dafür war der zweite Satz, der alle Facetten eines mustergültigen Volleyball-Krimis bot. Doch bevor es zu jenem Herzschlag-Moment kam, sackten die Werdenerinnen zunächst den Auftaktsatz ein: Poschlad, die erstmal in dieser Saison die Libero-Position bekleidete, warf als Nabelpunkt der Defensive das Fangnetz aus, fing die Angriffe der Borbeckerinnen mit Präzision und Ruhe ab und lotste den Turnerbund zum 25:18-Satzgewinn. Als Augenzeuge suchte man dann ab dem besagten zweiten Satz vergebens veritable Krimi-Autoren im Hallenrund, denn kein Strippenzieher hätten das Satzfinale spannender gestalten können. Zunächst zogen die Rot-Weißen nach einem offenen Schlagabtausch beim Spielstand von 24:22 die ersten Satzbälle an Land, doch in einem „Wechselbad der Gefühle“, stöhnte Perband, zeigte sich der Turnerbund zu inkonsequent und vergab die Entscheidung gleich dreifach. Dieses Triple ging nun an den VC über, der seinerseits ebenfalls mit einer zitternden Hand zu kämpfen hatte. Nach quälend langen Minuten kippte das Pendel final auf die WTB-Seite, und Mannschaftsführerin Kleinjohann beendete mit 32:30 das Spektakel. Mit dem anschließenden Satzgewinn wurde das Schleifchen um die drei Punkte geschnürt und die Stirn Perbands endgültig von Schweißperlen befreit.

Bezirksklasse – WTB II 3:0 MTG Horst III

„Ich bin sicher“, frohlockte Trainer Sven Heimeshoff im Anschluss an die Partie gegen die MTG, „der Abstiegskampf ist jetzt endgültig Geschichte.“ Das Selbstvertrauen, das den Coach zu dieser treffenden wie auch forschen Aussage veranlasste, zog der Übungsleiter aus dem souveränen Auftritt seiner Schützlinge gegen die Konkurrenz aus Horst. Dem Stadtrivalen begegneten die Werdenerinnen von Beginn an mit blitzartiger Aufmerksamkeit und akkuraten Aufschlägen von Theodora Smponia, die wie ferngesteuert die Lücken im gegnerischen Quadrat fand. Mit dem 25:21-Satzgewinn ging es in den zweiten Satz, in dem der WTB die goldene Mitte zwischen Risiko und Sicherheit im Angriff erst finden musste. „Das war oft ein schmaler Grat“, erläuterte Heimeshoff die schwierige Phase, in der „die Eigenfehlerquote so gering wie möglich gehalten werden musste.“ Svea Lack machte dank ihrer Angaben mit 25:20 den Deckel drauf. Doch die Spielweise und das durch die beruhigende 2:0-Satzführung gute Ergebnis klafften im dritten Abschnitt nochmals auseinander, „als der Faden zwischenzeitlich verloren zu sein schien“, so Heimeshoff. Bei vier Punkten Rückstand drehte Fiona Engels auf, kippte mit 25:20 den Satz und verscheuchte damit das Abstiegsgespenst. Der zufriedene Coach, der seinen Damen „eine viel konstantere Leistung als letzte Woche“ attestierte, blickt nun aus dem gesicherten Mittelfeld der Tabelle erwartungsvoll dem Duell mit dem Tabellenzweiten, der Spielgemeinschaft aus Horst und Steele, entgegen.

Kreisliga – WTB III 3:0 VV Humann V

Auf dem Weg zum Tabellenletzten aus Steele war der Siegeshunger ein treuer Begleiter der WTBlerinnen, doch „heute haben wir viel zu sehr mit uns selbst gekämpft“, gestand Trainerin Monika Seifert. Doch jener innere Zwist war zu Beginn noch nicht abzusehen, als Amelie Pflaum die Rot-Weißen mit einer erstklassigen Angabenserie aus den Startlöchern katapultierte. Gut gestimmt wechselten die Werdenerinnen erstmals mit 25:16 die Seiten, ehe durch Umstellungen zahlreiche Missverständnisse die Struktur im eigenen Spiel neutralisierten. „Das war keine gute Idee von mir“, räumte Seifert ein und nahm die aufkommende Unruhe im Spiel auf ihre Kappe. Die Übungsleiterin konnte sich bei Pflaum bedanken, die erneut mit fünf aufeinanderfolgenden Angaben die 2:0-Satzführung in trockene Tücher brachte. Doch die Siegeslust, die zu Beginn noch auf Werdener Seite angesiedelt war, war inzwischen beim VVH geweckt. Das Läufersystem, das nach wie vor wie ein stotternder Motor ächzte und knirschte, wurde von den Humann-Damen mit präzisen Angaben unter Beschuss genommen. „Nicht berechenbar und sehr unangenehm“, bezeichnete Seifert die Spielweise der Konkurrenz, es benötigte einzelne wuchtige Angriffe der Turnerbundlerinnen, um mit 25:20 als Sieger das Hallenparkett zu verlassen. „Das war heute wirklich nervenaufreibend“, zog Seifert das Fazit und einen dicken Strich unter den Spieltag, „aber gewonnen ist gewonnen.“

Herren

Landesliga – WTB I 3:0 TuS 08 Lintorf

Wer die Erstvertretung derzeit aus der Ferne kommen hört, sollte einen großen Schritt zur Seite machen. Denn der WTB ist zu einer brachialen Lawine geworden, die mit dem 3:0-Erfolg gegen Lintorf den sechsten Sieg in Folge nach Werden spülte. Auch die großgewachsene Konkurrenz als Ratingen konnte sich nicht als Hindernis erweisen und wurde mit präzisen Aufschlägen und turmhohen Blöcken zur Verzweiflung getrieben. Gegen Satzende war der Turnerbund stets „einen Tick cooler“, so Trainer Marcus Hardt, und es vergingen nur 69 Minuten, ehe drei weitere Punkte mit 25:20, 27:25 und 25:23 auf dem Konto der Erstvertretung aufleuchteten. Der Express von der Brehm prescht damit als stabiler Dritter des Tableaus weiter auf der Erfolgsspur und lässt die Liga erzittern. Als nächstes versucht sich der obere Tabellennachbar VV Humann V, dem Turnerbund als Stoppschild in den Weg zu stellen.

Bezirksliga – WTB II 0:3 SV Bayer Wuppertal II

Die Zweitvertretung zieht weiter ihre Kreise am Tabellenende der Bezirksliga. Gegen die zweite Garde aus Wuppertal setzte es eine 0:3-Pleite, die mit einem verheerenden Auftaktsatz ihren Anfang nahm. Mit nur acht Punkten aus dem ersten Abschnitt wechselten die Newcomer aus Werden die Seiten und nahmen neuen Anlauf, die Folge war eine zwischenzeitliche 8:4-Führung. Doch aktuell müssen die WTBler solche Zwischenstände noch als Momentaufnahme genießen, da die Konstanz nicht gegeben ist, um die Punkte in die entscheidenden Satzphasen mitzunehmen.

B.L.