Mit einer spielerischen Glanzleistung, die im Schlusstableau der Landesliga den dritten Rang nach sich zog, beendete die Erstvertretung der WTB-Volleyballer die Saison. Auch die Damen stimmten trotz zweier Niederlagen zum Abschluss in den versöhnlichen Chor ein.
Herren
Landesliga – WTB I 3:1 TV Kapellen
âEs ist vollbrachtâ, seufzte Trainer Marcus Hardt erleichtert mit dem Abpfiff des 3:1-Erfolges ĂŒber den TV Kapellen. Denn so eben haben seine SchĂŒtzlinge mit feiner Klinge und glĂŒhend heiĂem Eifer auf dem Hallenparkett den Volleyballzirkus in VerzĂŒckung gebracht und den dritten Rang in der Schlussbilanz der Landesliga erklommen. Mit diesem gewaltigen wie finalen Tigersprung platzierte der WTB nach einer begeisternden Saison die taufrische Kirsche auf dem SahnehĂ€ubchen. Doch vor den Jubelarien gab es mit dem TV Kapellen noch Arbeit zu verrichten. Arbeit, die den Turnerbundlern zum Auftakt spielend leicht von der Hand ging. Mit 25:9 zauberten sich die Werdener âwie aus einem Gussâ zur FĂŒhrung, meinte Trainer Hardt. Die spielerisch-taktische Brillanz hielten die WTBler einen weiteren Satz aufrecht, ehe mangelnde âKonzentration und Ernsthaftigkeitâ die 2:0-SatzfĂŒhrung konterkarierten, wie Hardt bemĂ€ngelte. Die Konkurrenz aus dem Rheinland zog mit dem Gewinn des dritten Abschnitts den Kopf aus der Schlinge und machte keine Anstalten, den Rot-WeiĂen im vierten Satz applaudierend Spalier zu stehen. Kapellen egalisierte zwar einen 9:2-Vorsprung des Turnerbundes, um sogleich jedoch den Knockout durch den WTB-Routinier Christian Pöppinghaus zu spĂŒren. Pöppinghaus forderte im furiosen Finale jedweden Ball, der mit technischer SouverĂ€nitĂ€t bis zum 25:23-Erfolg stets verwertet wurde. Im Anschluss der Partie setzte Ăbungsleiter Hardt â euphorisiert ob der historischen Schlussplatzierung â zur LiebeserklĂ€rung an seine Mannen an: âEin gutes Leistungsniveau in der vollen Breite des Kaders machte mich immer handlungsfĂ€hig. AusfĂ€lle, die in den vergangenen Jahren wertvolle Punkte kosteten, konnten dieses Jahr vollstĂ€ndig kompensiert werden.â Ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass die kleine Symbiose der beiden letztjĂ€hrigen Herrenteams geglĂŒckt ist. âDie Rechnung von vor der Saison ist aufgegangenâ, analysierte Hardt, âdas bekam die Liga diesmal deutlich zu spĂŒren.â
Damen
Bezirksliga – WTB I 1:3 SV Blau-WeiĂ Dingden IV
Der WTB-Express, mit dem die Erstvertretung der Damen zuletzt im Sauseschritt durch die Bezirksliga rauschte, kam am letzten Spieltag zum Erliegen. Gegen die Konkurrentinnen aus Dingden gab es keine Punkte, doch der unter dem Strich stehende erfreuliche dritte Rang in der Abschlusstabelle lieĂ die Mienen der WTBlerinnen dennoch aufhellen. Zu Beginn der Partie sorgte noch das sehr zielstrebige und mutige Auftreten der Rot-WeiĂen fĂŒr ausreichend LĂ€cheln im Gesicht. Der Turnerbund â angefĂŒhrt von der scharfsinnig agierenden Zuspielerin Poschlad â versenkte die hauchzart an die Netzkante aufgelegten BĂ€lle mit Konsequenz im gegenĂŒberliegenden Quadrat. Den Schwung des 25:18-Erfolgs vom ersten Satz nahmen die AuĂenangreiferinnen Wewers und Kulik im zweiten Abschnitt auf, der mit ebenjener PrĂ€zision eröffnet wurde. Mit der zeitweiligen 15:10-FĂŒhrung sah alles nach weiterem EinbahnstraĂen-Volleyball und einer klaren Angelegenheit aus, âdoch es kam andersâ, stöhnte Trainer Perband. Dingden ging im Aufschlag und im AuĂenangriff mehr Risiko, was sich als richtige Entscheidung entpuppte. Mit 25:23 gelang der Konkurrenz vom Niederrhein der Ausgleich. Erst der dritte Satz war dann wieder eine klare Sache – âallerdings nur fĂŒr die GĂ€steâ, gab Perband klein bei. Auch in der Folge verloren die WTBlerinnen die Big Points und spielten âin den entscheidenden Spielsituationen nicht klug genugâ, legte Perband den Finger in die Wunde. Mit 22:25 gab der WTB den vierten Satz und damit die drei Punkte aus der Hand. Ein Umstand, der Perband jedoch nicht mit Verdruss aus der Saison gehen lĂ€sst, da der Coach mit Platz drei absolut âzufriedenâ ist. Ăhnlich doppelwertig wagte Perband einen Blick in die nĂ€chste Saison, in der personelle VerĂ€nderung anstehen: âEin bis zwei Spielerinnen werden voraussichtlich in den Kader nachrĂŒckenâ. Verzichten muss der Trainer dafĂŒr auf AuĂenangreiferin Heinzer, die eine neue Herausforderung sucht und bereits im Laufe dieser Saison zu den Spielen eigens aus dem Bonner Raum anreiste. âChapeau dafĂŒrâ, gab ihr Perband liebevolle Dankesworte mit auf den Weg, âund Danke fĂŒr eine tolle Zeit.â
Bezirksklasse – WTB II 2:3 MTV Rheinwacht Dinslaken II
Wenn es eine Partie gibt, die als Exempel fĂŒr den Begriff Umbruch stehen sollte, dann verdient die 2:3-Niederlage des WTB II gegen die Rheinwacht aus Dinslaken unter diesem Ausdruck einen Eintrag in den Duden. Der Sportpark Löwental hatte sich herausgeputzt, und es war alles angerichtet fĂŒr den Abschied. Doch nicht fĂŒr den Abschied einer Spielerin. FĂŒr den Abschied eines Teams. âNach sieben Jahren bricht eine aus der Jugend gewachsene Mannschaft ein wenig auseinanderâ, gab Trainer Sven Heimeshoff offenherzig zu. Heimeshoff sah die ersten und nun die letzten Schritte seiner SchĂŒtzlinge, die er gegen die Rheinwacht â âendlich einmalâ, wie der Trainer betonte â in Bestbesetzung aufs Feld schicken konnte. Zuspielerin Teigelkamp, die zu ihrem Abschied gen Norddeutschland ihr bestes Spiel auf das Parkett zauberte, variierte die PĂ€sse prĂ€zise und intelligent und wurde dabei von Schanze und Lack unterstĂŒtzt, die mit kraftvollen Angaben die SpielzĂŒge lancierten. Mit 25:15 und 25:18 bog der WTB auf die GewinnerstraĂe ein. Doch dass ein Umbau seine Vorbereitungen braucht, war auch Heimeshoff klar. Neben der erwĂ€hnten Zuspielerin Teigelkamp verlassen auch Mraovic und Schanze das Team in Richtung 1. Damen, und so war es mit der 2:0-FĂŒhrung an der Zeit, den nachrĂŒckenden KrĂ€ften die Chance zu geben. Heimeshoff setzte auf Pflaum und Riotte, die mit 14 und 12 Jahren den Altersschnitt drastisch sinken lieĂen. Ein Verlust an Erfahrung, den das Team trotz ĂŒberzeugender Leistungen der Newcomer nicht auffangen konnte. âEs war eine Niederlage, die ich verschuldet habeâ, nahm Heimeshoff die restlichen drei verlorenen SĂ€tze auf seine Kappe und legte den Fokus auf die goldene Zukunft. Denn trotz der nicht unĂŒblichen Zersplitterung steht der Turnerbund dank des ambitionierten Nachwuchses nicht vor einem Scherbenhaufen. âJetzt gilt esâ, so der Blick in die Zukunft, âeine schlagkrĂ€ftige Truppe fĂŒr die nĂ€chste Saison auf die Beine zu stellen.â Ziel wird es erneut sein, die Bezirksklasse ebenso souverĂ€n wie dieses Jahr zu halten. âDas wird verdammt schwerâ, meint Heimeshoff, âaber auch in diesem Jahr hat nicht jeder damit gerechnet, haben wir doch auch vor dieser Saison unsere stĂ€rkste Spielerin verloren.â
B.L.