Der WTB schwärmt aus

Würde man von allen Mannschaften der WTB-Volleyballabteilung auf einer Landkarte Nordrheinwestfalens die Fahrtwege des Spieltages nachzeichnen, so würde eine lange, verästelte Struktur rauskommen. In alle Ecken des Landes schwärmte der Turnerbund – von der u14 bis zu den Landesligen der Herren und Damen – zu Auswärtsspielen aus. Die Heimkehrer brachten neben Erfahrungswerten auch überwiegend Punkte mit ins Löwental.

Damen

Landesliga, WTB 3:0 VV Humann III

Zum Stadtderby gegen die dritte Garde des VVH musste die Erstvertretung der Damen – bedingt durch den Spielplan – nach Düsseldorf reisen. Im Gepäck: ein hoher Anspruch an das eigene Team und die klar vorgegebene Marschroute des Trainers Christian Perband. Dieser forderte von seinen Schützlingen, die Konkurrenz „mit dynamischen Aufschlägen und schnellen Punktabschlüssen unter Dauerdruck“ zu setzen. Genauso starteten die Werdenerinnen in die Partie und ließen Perband von einer „herausragenden und ohne Schwäche“ gezeigten Teamleistung schwärmen. Nach dem 25:13-Erfolg zum Auftakt ließ der WTB die Zügel schleifen und schaltete, wie vom Trainer beobachtet, „vier Gänge zurück“. Nach ihrer Einwechslung stabilisierte Kappenberg direkt die Ballkontrolle, womit im Spiel auch der Stern von Außenangreiferin Wewers aufging, die sich „in einen Rausch spielte“, den zweiten Satzgewinn (25:20) sicherte und ein Extralob vom Trainer ob des „starken Auftritts“ erhielt. Wewers, im dritten Satz dann zusätzlich unterstützt von Schützdeller, ließ die Punkteflut auch im dritten Satz nicht abebben, sodass der 25:17-Sieg im letzten Akt die nächsten drei Landesliga-Punkte für die rot-weißen Aufsteigerinnen mit sich brachte.

Bezirksklasse, WTB II 0:3 TV Jahn Königshardt III

Man muss auch mal eingestehen“, resümierte Trainer Sven Heimeshoff nach der Partie fair, „dass jemand besser ist.“ Denn ein treffenderes Fazit nach der Partie gegen Königshardt, ein Gegner, „den wir nicht schlagen müssen“, hätte Heimeshoff nicht ziehen können. Über drei Sätze hinweg bereitete der Absteiger aus der Bezirksliga den Werdenrinnen große Probleme in der Annahme, woraus nur ein unzureichendes Zuspiel möglich war, und an der Netzkante, wo die Kontrahentinnen „definitiv ein anderes Niveau“ hatten, so der Trainer. Zwar gelang es punktuell, die Oberhausenerinnen durch druckvolle Angaben und Angriffe aus der Reserve zu locken, doch ein konstanter Spielaufbau war dafür zu selten. Dieser soll nun in den kommenden Wochen wiedergefunden werden, wenn nach den Herbstferien „die schlagbaren Gegner“ warten.

Kreisliga, WTB III 0:3 Tusem Essen IV

Nach dem Auftaktsieg im vereinsinternen Derby schickte nun der Stadtrivale von der Margarethenhöhe die Drittvertretung auf die Bretter. Von Anfang an liefen der WTBlerinnen der Musik hinterher, ohne dabei den für eine Wende notwendigen Kampfgeist zu entfachen. Zürbig und Grotstollen setzten zwar immer wieder Glanzlichter, doch Trainerin Dagmar Francke sah in der Körpersprache ihrer Schützlinge, dass „sie sich ihrem Schicksal ergaben.“ Nach drei Sätzen (20:25, 17:25, 19:25) stand die erste Niederlage auf dem Konto.

Kreisliga, WTB IV 0:3 MTG Horst IV

In der gleichen Liga müht sich derzeit auch die vierte Mannschaft der Damen, die eine noch deutlichere Niederlage einstecken musste. Nach einem lethargischen Auftritt, in dem den Werdenerinnen insgesamt nur 23 Punkte gelangen, gilt es nun, die Trägheit aus den Kleidern zu schütteln und die kommenden Aufgaben anzunehmen.

Herren

Landesliga, WTB I 3:0 TV Voerde

Das Motto der Partie war: „altbekannte Gesichter“, wie es Kapitän Oliver Waschilowski formulierte. Zum einen war da der Gegner vom Niederrhein, mit denen die Werdener bereits einige Schlachten geschlagen haben, und zum anderen war da Christian Pöppinghaus. Der Veteran des Turnerbundes vertrat den frisch operierten Trainer Marcus Hardt an der Seitenlinie und schickte seine Truppe gut vorbereitet in die Partie. Der WTB ackerte mit dem ersten Ball hochkonzentriert und ließ die Angriffe pfeilschnell und variabel über die Netzkante zischen, sodass der erste Satz (25:18) schnell abgefrühstückt war. Die erste Schwächephase setzte dann im zweiten Abschnitt an, als sich der TV drei Satzbälle erkämpfte. Marliani riss mit einer „eindrucksvollen Aufschlagserie“, wie der Kapitän beklatschte, das Ruder herum, und mit einer kollektiven Tigersprung zog der WTB mit 26:24 auch den zweiten Satz an Land. Der finale dritte Satz, der mit 25:22 an den WTB gin, „hätte eine Formsache werden können“, stöhnte Waschilowski in der Nachbetrachtung. Doch zehn Aufschlagfehler auf Seiten der Rot-Weißen erschwerten den endgültigen Zugriff auf die drei Punkte, die den WTB an die Spitze des Tableaus katapultierten.

Jugend

Bezirksliga, M u18, WTB 2:0 SV Bayer Wuppertal / 0:2 DJK Rheinkraft Neuss

Man hätte im Anschluss der Partie gegen die Konkurrenz aus Wuppertal sich nicht gewundert, wenn aus der Kabine des Turnerbundes Klagen über Oberarmschmerzen zu hören gewesen wären. Die jungen Werdener nahmen über zwei Sätze die Annahmereihen der Wuppertaler mit krachenden Angaben auseinander, sodass der ein oder andere Spieler schonmal den Arm lockern musste. Mit 25:11 und 25:14 hakten die Werdener die erste Partie, in der vor allem immer wieder Zuspieler Nelz Geschosse von der Grundlinie über das Netz brachte und Debütant Seeliger einen souveränen Einstand feierte, erfolgreich ab. Beim Doppelpack wartete dann die Rheinkraft aus Neuss, die Spieler mit einer weiterentwickelten Körperlichkeit auf das Feld schickte, sodass die erste Niederlage der Saison nicht zu verhindern war.

Oberliga, M u14, WTB 2:0 TV Hörde

Den Einzelspieltag gegen den TV aus Hörde gestaltete die u14 äußerst erfolgreich. Im ersten Satz offenbarten die jungen Werdener mit kompletten Angriffszügen einstudiere Trainingsinhalte, was Trainerin Lina Wewers besonders zufriedenstellte. Als dann noch starke Aufschläge als Garnitur hinzukamen, war der erste Satz mit 25:17 gewonnen. Die Aufschlagswucht wurde auch in den zweiten Satz mitgenommen und durch ein ruhiges Aufbauspiel ergänzt. Auch der Einsatz etwas unerfahrener Akteure wurde vom Team aufgefangen, indem bei knappen Spielständen die Nerven behalten wurden. Der 25:23-Satz- und Spielerfolg war damit hochverdient.

Bezirksliga, W u14, WTB 0:2 TuS Baerl / 2:1 FS Duisburg

Die jungen Werdenerinnen brauchten das Spiel gegen Baerl noch als Aufwärmphase, um zur zweiten Partie endgültig da zu sein. In dieser Partie beobachtete Trainerin Lara Schützdeller dann „etwas mehr Mut“ in den Augen ihrer Schützlinge, die partiell „zu bewundernde Angriffsschläge“ im Feld der Konkurrenz unterbrachten. Erst zum Ende des Satzes kam Unsicherheit in den rot-weißen Reihen auf, doch in der heißen Phase kippte der Satz mit 25:23 zu Gunsten des Turnerbundes. Jedoch nahmen die WTBlerinnen die Unsicherheit mit in den zweiten Abschnitt, in dem „gefühlte 1000 Bälle auf den Boden fielen“, meinte Schützdeller. Duisburg erzwang verdientermaßen den Tie-Break, der eine klare Sache für den WTB wurde. Die starken Aufschläge ließen keinen Spielaufbau des Revier-Rivalen zu, sodass der Sieg mit 15:5 eingefahren wurde.

B.L.

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