Ein starkes und ein schwaches Nervenkostüm als Verkleidung

Fast gänzlich konnten die WTB-Volleyballer an diesem Spieltag mal durchschnaufen und den anderen Teams beim Spielen zuschauen. Nur beide Zweitvertretungen mussten ausrücken und gaben – mit höchst unterschiedlichen Auftritten – Einblicke in die sich anbahnende Kostümparade. Zwei Mal hielt das Nervenkostüm nicht stand.

Damen

Bezirksklasse, WTB II 2:3 TV Jahn Hiesfeld

Nach der Partie sprach der Trainer von einem „überragenden“ Auftritt seiner Schützlinge, die „eines der besten Saisonspiele“ auf das Parkett zauberten. Was gewöhnlicherweise Worte vom Coach des Siegers sind, waren jedoch die Äußerungen Sven Heimeshoffs, dem unterlegenen Trainer. Die WTB-Akteurinnen hatten soeben gegen die in der Tabelle besser postierte Konkurrenz aus Hiesfeld ein kämpferisches Sahnestück abgeliefert, bei dem nur der letzte Bissen fehlte. Zunächst begann der WTB mit einer 13:6-Führung stark, ehe der Trainer „den ersten Hänger in der Annahme“ ausmachte. Die bekannte Aufschlagstärke von Jamie Riotte sicherte jedoch den Auftakt mit 25:23 für den Turnerbund. Jene Nachlässigkeiten in der Annahme setzten sich jedoch nun zwei weitere Sätze fort, sodass der Favorit den Rückstand zur 2:1-Satzführung drehen konnte. Mit dem vierten Abschnitt begann dann „der beste Satz von beiden Teams“, meinte Heimeshoff. Die Kombination aus langen Ballwechseln und überragenden Abwehraktionen auf beiden Seiten schuf einen hochdramatischen Krimi, den das blendend aufgelegte WTB-Duo um Riotte und Mohnhaupt an der Netzkante für die eigenen Farben entschied. Nach dem 27:25-Ausgleich waren Lunge und Nerven jedoch nicht mehr belastbar, sodass im entscheidenden Tie-Break mit 8:15 „schnell die Luft raus war“, wie der Trainer beobachtete. Dennoch war Heimeshoff ob des Punktgewinns „sehr zufrieden“, da die Leistung die Bestätigung dafür war, dass man sich nächste Saison „vor den drei Teams vor uns in der Tabelle nicht verstecken muss“.

Herren

Bezirksliga, WTB II 0:3 TV Voerde II

Die Zweitvertretung der Herren entschied sich bei der 0:3-Niederlage gegen den TV Voerde bereits eine Woche vor der Karnevalszeit für eine Maskerade als labiles Nervenkostüm. Gegen den Zweitplatzierten im Tableau, gegen den es eigentlich keinen Grund für Nervenflattern hätte geben sollen, hielt der Turnerbund nur im zweiten Satz (24:26) unbekümmert mit. Ansonsten konnten die Werdener die Anspannung nicht ablegen, um dem Favoriten Paroli zu bieten. Der WTB steckte eine glatte Niederlage ein und hat durch den zuvor erzielten Überraschungserfolg des Verfolgers aus Osterfeld nun wieder einen Kontrahenten direkt im Nacken sitzen.

B.L.