Sonnen- und Punkteflut in Werden

Nicht nur der Ludgerusbrunnen und die Basilika waren am Wochenende von der Wärme der Sonne geküsst, auch die erste Garde der WTB-Volleyballabteilung erwärmte das eigene Gemüt durch eine satte Aufstockung des Punktekontos. Beide Erstvertretungen gestalteten ihre Auswärtsspiele erfolgreich. Die weiteren Besetzungen bekamen hingegen weniger Sonnenstrahlen ab.

Herren

Landesliga, WTB I 3:2 SG Kempen-Wachtendonk

Im Wintersport ist der Wettkampfmodus „Verfolgung“ eine beliebte Form des Kräftemessens. Auch wenn die Temperaturen am vergangenen Spieltag fern der kalten Jahreszeit waren, hätte die Bezeichnung auch für die Partie des Turnerbundes gegen die SG Kempen-Wachtendonk gepasst. Denn hierbei traf mit dem WTB der Verfolger der Tabellenspitze auf die Konkurrenz vom Niederrhein, die sich ihrerseits an die Fersen der Werdener geheftet hatte – und nun vom WTB mit 3:2 „über die volle Länge“, wie Kapitän Waschilowski nach Abpfiff meinte, distanziert wurde. Dabei sah es zunächst nicht nach einer Langzeitbeschäftigung für die WTBler aus. Der WTB erwischte einen guten Start, baute aus einer sicheren Annahme auf und hatte mit Diagonalangreifer Fries einen sicheren Punktelieferanten in den eigenen Reihen. Doch mit der souverän erspielten 2:0-Satzführung (25:20, 25:17) „riss leider der Faden“, rätselte Waschilowski. Diesen knoteten die Werdener nach zwei verlorenen Sätzen erst im Tie-Break wieder zusammen, als sich ein nervenaufreibendes Finish entwickelte. WTB-Akteur Wewers läutete mit dem finalen Ball zum 16:14 die rot-weiße Jubelarie ein und bugsierte die eigenen Farben vor der SG ins Ziel.

Bezirksliga, WTB II 0:3 TB Osterfeld II

Nachdem in den letzten Wochen bereits mit mehreren Ausrufezeichen der Abstand zum Tabellenende vergrößert wurde, ist durch die überraschende Niederlage der Zweitvertretung gegen die Konkurrenz aus Osterfeld aus dem Ausrufezeichen nun wieder ein kleines Fragezeichen geworden. Die Werdener hatten gegen den Tabellenvorletzten und direkten Verfolger in allen drei Sätzen (21:25, 14:25, 21:25) deutlich das Nachsehen. Das sonst variabel aufgezogene Angriffsspiel erlahmte an der Netzkante und brachte die Osterfelder zu selten in Bedrängnis.

Damen

Landesliga, WTB I 3:1 SG TV Heiligenhaus/Mettmann

Gegen den direkten Tabellennachbarn aus Heiligenhaus gab Trainer Christian Perband vor der Partie die klare Devise aus, sich mit einem Sieg „von den unteren Plätzen zu entfernen“. Das selbstbewusste Ziel baute jedoch zunächst sichtbaren Druck auf die Schützlinge Perbands auf, die schnell 2:8 zum Auftakt hinten lagen. Erst dann „wurde der Turbo gezündet“, meinte der Trainer. Mit mehr Konsequenz und Vehemenz im Aufschlag und im Angriff drehten die WTBlerinnen die Partie zum 25:20-Erfolg, ehe sie im folgenden Satz noch einen draufsetzten. Mittelblockerin Schützdeller und Außenangreiferin Schanze erkämpften die Lufthoheit an der Netzkante und „donnerten den Heiligenhauserinnen die Bälle nur so ins Feld“, lobte Perband. Mit dem glatten 25:13-Satzgewinn und einer 7 Punkte-Führung auf der Anzeigetafel im dritten Abschnitt „lief eigentlich alles nach Plan“, beschrieb Perband das Geschehen, das sich nun jedoch veränderte. Die SG nutzte Eigenfehler der Werdenerinnen schnell aus und bekam den Anschluss „nahezu geschenkt“, meinte Perband. „Doch wer jetzt dachte, dass das Spiel kippt“, führte Perband aus, „der irrte sich.“ Angeführt von Mannschaftsführerin Jürgensmeyer, die das Spiel mit einer fulminanten Aufschlagserie entschied, wurden die drei Punkte mit 25:22 eingesackt. „Wir haben richtig gut gespielt“, lobte der Trainer nach der Partie, „doch das Spiel hätte 3:0 enden müssen.“

Bezirksklasse, WTB III 0:3 Tusem Essen III

„Zum ersten Mal in dieser Saison“, frohlockte Trainer Sven Heimeshoff, „hatte ich im Grunde volle Möglichkeiten.“ Der Grund für die Freude war die Tatsache, dass dem Trainer gegen den in der Tabelle nur drei Punkte entfernten Konkurrenten von der Margarethenhöhe satte elf Spielerinnen zur Verfügung standen. Das Ziel des Coaches, den Favoriten „mindestens zu ärgern“, erreichten die WTBlerinnen allemal, auch wenn am Ende eine deutliche Niederlage stand. Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das der WTB phasenweise beherrschte. Als Mittelblockerin Dallinga den Turnerbund mit einer Aufschlagserie zur 24:22 Führung feuerte, war der erste Satzgewinn bereits zum Greifen nahe, ehe der Erfolg wie ein nasses Stück Seife noch aus der Hand glitt. Den bis dahin vom Trainer notierten „zufriedenstellenden Auftritt“ konnte auch der ernüchternde zweite Satz (9:25) nicht trüben, der der fehlenden Erfahrung geschuldet war. Im dritten Satz gelang die Stabilisierung der eigenen Reihen, die nun von Mittelblockerin Riotte angeführt wurden. Ihre elf Punkte von der Grundlinie bezeugen trotz der weiteren 21:25-Niederlage die gute Leistung der jungen WTBlerinnen.

Kreisliga, WTB III 0:3 Humann Essen IV

Der Favorit aus Steele war für die Drittvertretung der Damen nicht zu bezwingen. Dem Tabellenzweiten wurde zum Auftakt bis zum Spielstand von 12:13 noch Paroli geboten, ehe die Aufschläge des Favoriten der Annahmereihe immer mehr zusetzten. Die physische Überlegenheit der Konkurrenz, die sich an der Grundlinie und an der Netzkante offenbarte, war mit Leidenschaft nicht zu kontern, sodass nach drei gespielten Sätzen schnell (14:25, 16:25, 9:25) die Niederlage besiegelt war.

B.L.