Erste Herren muss bangen

Nach einer langen Saison kam es am vergangenen Wochenende zum Relegationsshowdown. Die 1. Herrenmannschaft des WTB spielte um den Erhalt der Landesliga, während die vierte Damen um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpfte.

Relegation um die Landesliga

SG Kempen/Wachtendonk – WTB 3:1 (25:18, 16:25, 25:11, 25:22)

WTB – SG Kempen-Wachtendonk 3:2 (25:18, 20:25, 25:18, 25:27, 15:4)

Der Modus fĂĽr die Landesliga war dieses Jahr neu, da es erstmalig ein Hin- und RĂĽckspiel der jeweiligen Landesliga-Siebten gab. Aus der benachbarten Gruppe hieĂź damit der Gegner SG Kempen-Wachtendonk. Die Kempener sind dem WTB als Mannschaft gut bekannt, man spielte vor einiger Zeit noch in der gleichen Staffel und zog meist den KĂĽrzeren, daher wusste man, dass man auf eine unangenehme und erfahrene Truppe treffen wĂĽrde.

Und genauso präsentierte sich der Gegner des WTB beim Auswärtsspiel am Samstag. Gleich zu Beginn zogen die Kempener dem WTB durch kluges Spiel auf und davon. Die Werdener mühten sich nach Kräften, verloren aber Satz Eins deutlich mit 18:25. Der zweite Satz lief dann deutlich besser, ein paar kleine Umstellungen reichten um den WTB-Express in Fahrt zu bringen. Besonders die Mittelangreifer Niklas Doppke und Steven Schönke punkteten reihenweise. Mit 25:16 stellte man das Match damit auf Null.

Im dritten Satz passierte dann aber das, was dem WTB schon in der Saison viele Punkte gekostet hat, massig Eigenfehler, ein gerissener Faden und ein Spiel ohne Selbstvertrauen. Die Quittung: Ein dramatisches Ergebnis von 11:25. Dies tat sehr weh, da ja bei Spiel und Satzgleichstand später auch die Punke zählen würden.

In Satz Vier ging es erstmal holprig weiter und man lief wieder einem großen Rückstand von zwischenzeitlich 10 Punkten hinterher. Doch die Werdener kämpften sich zurück ins Spiel und holten Punkt um Punkt auf. Doch letztendlich kam die Aufholjagd zu spät und man verlor mit 22:25

Der WTB musste nun im RĂĽckspiel am Sonntag liefern und nicht nur gewinnen, sondern durfte maximal einen Satz abgeben. Aber dann wĂĽrde es auf die Punkte ankommen und da wog die Hinspielniederlage schwer.

Der WTB begann allerdings hoch konzentriert und zeigte ein ganz anderes Gesicht als am Vortag. Das Spiel lief sehr variabel und nun funktionierte auch der Außenangriff gut. Folgerichtig gewann man souverän mit 25:18

Der zweite Satz startete ausgeglichen, aber die SG Kempen-Wachtendonk war nicht als Sparringspartner erschienen und spielte jetzt sehr abgezockt, der WTB verlor mit 15:20.

Jetzt wurde es schon eng, aber der WTB gab sich nicht geschlagen. Torben Heimeshoff und Ben Oeding machten über die Außenposition mächtig Dampf und die Werdener begeisterten die zahlreichen Zuschauer mit teilweise artistischen Rettungsaktionen und krachenden Angriffen. Der Lohn war ein 25:18 Satzerfolg für den WTB.

Nun war klar, aufgrund des Punktevergleich musste der WTB mit 10 Punkten Unterschied gewinnen, um die Relegation für sich zu entscheiden. Doch die Werdener begannen wie gelähmt. Der WTB lag gleich 0:4 zurück. In der Auszeit sammelte man nochmal alle Kräfte und kam endlich ins Spiel. Der WTB spielte nun wieder sein bestes Volleyball und baute seine Führung bis zum 21:15 aus, ehe man 3 sehr unglückliche Gegenpunkte kassierte. Somit war klar, dass die Relegation verloren war. ABER: es war eminent wichtig, das Spiel zu gewinnen, um über das Nachrückverfahren die Liga dennoch halten zu können. Für Satz 4 reichte es allerdings nach diesem Dämpfer nicht mehr. Werden verlor nach hartem Kampf 25:27. Allerdings war der Siegeswille noch nicht gebrochen. Da sich Kempen auch konditionell so gerade über die Ziellinie gerettet hatte, war der WTB nun hoch überlegen. Nun gelang wieder alles und man gewann den Tie-Break sehr deutlich mit 15:4.

Der WTB hat zwar in Summe die Relegation verloren, aber mit dem Sieg sich größte Chancen auf ein Nachrücken erhalten. Gerade mit einer der besten Saisonleistungen gegen bärenstarke Kempener am Sonntag in Werden, erhält sich der WTB die Chance auf den Klassenverbleib in der Landesliga.

Relegation um die Bezirksliga

WTB IV – SG Altstadt Lennep 0:3 (13:25, 17:25, 23:25)

SV Bayer Wuppertal III – WTB IV 2:3 (22:25, 25:27, 12:25, 23:25, 15:7)

Schon vor Beginn der Relegationsspiele gab es fĂĽr Trainer Sven Heimeshoff viel zu organisieren. So fielen einige Spielerinnen aus und beide Spiele fanden am Samstag Nachmittag statt.

Zunächst traf man auf einen altbekannten Gegner, die SG Altstadt Lennep. Die Reserve des WTB hatte in der Bezirksligasaison enge Spiele ausgetragen, daher war dem Team bewusst, dass nur eine Topleistung einen Sieg ermöglichen würde.

Doch von Beginn an war “der Wurm drin”. Das junge im Schnitt knapp 14 Jahre alte Team fand den eigenen Aufschlag nicht und auch im Zuspiel war man zunächst zu instabil. Klara Isekenmeier versuchte immer wieder Druck im Angriff aufzubauen, doch die Eigenfehlerquote des Teams war zu hoch um Lennep ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit 13:25 und 17:25 waren die beiden ersten Sätze schnell gespielt.

Im dritten Satz fand Sophie Wu ihre Zuspielkünste wieder und die erst 12 jährige Liliana Ginzburg konnte mit Aufschlägen überzeugen. Doch am Ende setzte sich noch einmal die Erfahrung durch.

Die Enttäuschung im Team hielt sich in Grenzen, hatte man doch vorher bereits beschlossen einen möglichen zweiten Bezirksligaplatz nicht in Anspruch zu nehmen, spielen doch die meisten Talente bereits in der zweiten oder sogar ersten Damenmannschaft mit.

Dies hatte zur Folge, dass man nun ohne Druck zum letzten Saisonspiel nach Wuppertal aufbrach.

In der stimmungsvollen Bundesligahalle von Bayer Wuppertal konnte man vor geschätzten 50 Zuschauern noch einmal trotz noch kleinerem und unerfahrenem Kader überzeugen.

Das Team wurde, angeführt von einer nach schwerer Verletzung ihr Comeback gebenden Spielführerin Kira Schönke, im Satzverlauf immer sicherer und gewann 25:22. Im zweiten Satz fand man nicht in die Partie. Beim Stand von 3:13 ging jedoch ein Ruck durch das Team. Schönke gelang eine überragende Abwehraktion und im Anschluss gleich zwei Aufschlagserien. Mit 27:25 ging man in Front.

Doch die Wuppertaler gaben, angefeuert von ihren Fans nicht auf. Der für einige WTB’ler bereits fünfte Satz des Tages brachte einen “Durchhänger”.

Doch auch im Anschluss konnte sich Trainer Heimeshoff auf den Kampfgeist seines sehr jungen Teams verlassen. Einen engen Satz verlor man etwas unnötig mit 23:25, doch so konnten sich die zahlreichen Zuschauer über einen Entscheidungssatz freuen, den sich das Team verdient hatte.

Motiviert ging der Kontrahent in den Satz, doch die Werdener zeigten nun gegen die ältere Konkurrenz wenig Erbarmen. Druckvolle Aufschläge und eine überragende Abwehrarbeit, angeführt von der Libera Mia Peipe, waren der Schlüssel zum 15:7 Erfolg.

Ein kleines Extralob hatte Trainer Sven Heimeshoff dennoch ĂĽbrig. Julia Pinski spielte ihre erste Partie auf diesem spielerischem Niveau ĂĽber die komplette Spielzeit. Die Mittelblockerin lieĂź sich nicht durch das variable Zuspiel der Wuppertaler, oder die sehr laute Halle beirren.