Nach dem doppelten Nackenschlag am vorherigen Spieltag fanden nun zumindest die Damen der WTB-Volleyballer mit zwei Siegen für die Erst- und Zweitvertretung zurück in die Spur. Bei den Herren blieb das Punktekonto – trotz teilweise starker Leistung – verwaist.

Damen

Bezirksliga – WTB I 3:1 TV Jahn Königshardt III

Ohne Trainer Christian Perband und die verletzte Zuspielerin Schwarzkopf benötigte der WTB am Sonntagmorgen in erster Linie Zeit, um den Sand aus den Augen zu reiben und die Abstimmung auf dem Feld zu finden. Was folgte, war „ein leichter Fehlstart“, wie Schwarzkopf aus der Beobachterrolle anmerkte. Um diesen zu korrigieren, investierten die Rot-Weißen viel Kampfkraft und Aufmerksamkeit in der Defensive. Mit 26:24 rang der Turnerbund die Konkurrenz nieder und ging in Führung. Diese war jedoch ein rares Gut, da sich die Unaufmerksamkeiten in den WTB-Reihen konstant hielten. Nach dem Satzausgleich der Oberhausenerinnen brauchte es die Führungsqualität von Kapitän Kleinjohann, damit Ordnung, Zielstrebigkeit und Kontinuität in das Spiel der WTBlerinnen Einzug hielten. Die sprunggewaltige Mannschaftsführerin kochte die Angaben des TV mit Bierruhe in der Annahme ab und packte an der Netzkante den Hammer aus. Königshardt fehlten ob der Lufthoheit des Turnerbundes in den folgenden Sätzen die Mittel, um die Werdener Nadelstiche, die auch permanent von Bolender und Schöwerling gesetzt wurden, auch nur annähernd einzudämmen. Mit 25:17 und 25:11 brachte die Erstvertretung drei wichtige Punkte nach Hause an die Brehm.

Bezirksklasse – WTB II 3:0 VC Essen Borbeck V

Dass knappe Siege gegen in der unteren Tabellenregion angesiedelte Konkurrenten Trainer Sven Heimeshoff nur bedingt zufriedenstellen, macht bereits deutlich, was für eine rasante, positive Entwicklung die Zweitvertretung hinter sich hat. Schließlich handelt es sich hierbei nach wie vor um einen Aufsteiger in die Bezirksklasse, der nun das Schlusslicht aus Borbeck mit 3:0 bezwang, wenn auch „mit etwas mehr Spannung als erhofft“, wie Heimeshoff gestand. Durch den Ausfall der formstarken Mittelblockerin Mraovic rückte Riotte in den Außenangriff, und die erst 12-Jährige kurbelte mit starken Aufschlägen sogleich die Schwungräder des WTB an. Die zwischenzeitliche 7:1-Führung rieselte den Werdenerinnen jedoch wie feiner Sand durch die Finger, denn Borbeck schlug zurück. Heimeshoff benötigte Ruhe und Erfahrung auf dem Hallenparkett und brachte Francke in der heißen Phase, die der Tunerbund mit 26:24 für sich entschied. Der zweite Durchgang war ein ebenso wilder Ritt wie der Auftakt: Der WTB war drauf und dran, eine 17:7-Führung zu verspielen, ehe in der hektischen Schlussphase ein Big Point zum 25:23 die Wogen glättete. Dass diese Wellen im finalen dritten Satz nicht nochmals aufkamen, lag an der Stabilisierung des Aufschlags und des Angriffs. „Hauptsache den Pflichtsieg eingefahren“, meinte ein erleichterter Heimeshoff, der zum Ende hin doch noch den erstklassigen Entwicklungsprozess seiner Schützlinge in den Fokus rückte: „Vor zwei Jahren hätten sie das Spiel noch aus der Hand gegeben.“ So konnte der Trainer Anna Scharpmann am Satzende, einem weiteren erst 12 jähriges Talent aus der eigenen U14, ihr Debüt in der Bezirksklasse ermöglichen.

Kreisliga – WTB III 0:3 TUSEM Essen IV

Für die Drittvertretung war die Margarethenhöhe an diesem Spieltag kein gutes Pflaster. Der TUSEM verdeutlichte dem Turnerbund um Trainerin Monika Seifert über drei Sätze, wie wichtig eine solide Leistung im Aufschlag ist, um gut in die Ballwechsel zu kommen. Die WTBlerinnen hielten zwar durchaus auf Augenhöhe mit dem Favoriten Schritt, doch die fortwährenden Aufgabenserien der Konkurrenz steckten die jungen Schützlinge Seiferts „leider mental nicht weg“, so die Übungsleiterin. Der WTB zog deutlich den Kürzeren (7:25, 16:25, 15:25), ohne dabei den Mut für die kommenden Aufgaben zu verlieren. „Unser Spiel war nicht schlecht“, betonte Seifert, „doch eine kleine Aufgabenserie unsererseits hätte uns sicher beflügelt.“

Herren

Landesliga – WTB I 1:3 Moerser SC II

„Eigentlich haben wir keine Chance“, deckte Trainer Marcus Hardt vor der Partie gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Moers schonungslos auf, um sogleich an den Kampfgeist seiner Mannen zu appellieren: „Also lasst sie uns nutzen!“ Die Zweitvertretung des Moerser SC wartete mit einem ehemaligen Bundesligaspieler in der Startsechs auf, doch der Turnerbund hielt gegen diese technisch beschlagene Entourage „überraschend ausgeglichen“ (Hardt) dagegen. Schmucklose, konsequente und kluge Konter des WTB neutralisierten konstant die teilweise krachenden Einschläge des Klassenprimus, sodass der Favorit in den ersten beiden Abschnitten eine gewisse Portion Spielglück benötigte, um mit 2:0 nach Sätzen in Führung zu gehen. Die Werdener haben in dieser Spielzeit jedoch bereits mehrfach bewiesen, wie gut es um ihr Nervenkostüm bestellt ist, und so ließ der einkalkulierte Rückstand den Turnerbund nicht auf die Bretter schicken. Man könnte auch sagen, der WTB holte in diesen Phasen Schwung, um daraufhin „einen der besten Sätze der Saison zu spielen“, frohlockte Hardt. Mit brillanten Spielzügen entnervten die WTBler den Tabellenführer, was den 25:17-Satzgewinn zur logischen Folge hatte. Die Chance auf mehr für den WTB war da, doch sie blieb ungenutzt. Viel Pech in den Aktionen und die Klasse des Gegners entzauberten den vorherigen Satzgewinn als Strohfeuer, Moers strich mit 3:1 die drei Punkte ein. Hardt zeigte sich dennoch hochzufrieden und erwartet in den kommenden Wochen den Punktereigen, denn „jetzt kommen die schlagbaren Gegner“, so der Coach.

Bezirksliga – WTB II 0:3 VV Humann Essen VI

Für die Zweitvertretung der Herren nimmt das Zahlen des Lehrgeldes in der Premierensaison in der Bezirksliga derzeit kein Ende. Auch Humann war für die Werdener eine Nummer zu groß, die immerhin stellenweise durch gefällige Angaben zu überzeugen wussten. Spielfluss kam jedoch nur streckenweise auf, sodass das Tabellenschlusslicht aus Werden mit 14:25, 14:25 und 12:25 als Verlierer die Segel streichen musste. Der Fokus liegt nun auf der kommenden Partie gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn aus Horst, denn ein Sieg würde die Zweitvertretung wieder in Schlagdistanz zum Stadtrivalen rücken lassen.

B.L.